Biologische Betriebskontrolle im Braubetrieb
Gesamte Brauerei
Bei der biologischen Betriebskontrolle in Braubetrieben werden Wasser, Würze, Hefe, Bier, Luft und mit Würze und Bier in Berührung kommende Gase sowie andere Stoffe, z. B. Klärmittel, auf mikrobielle Verunreinigungen untersucht. Außerdem prüft man die Leitungswege von Bier, Wasser und Spanngas sowie Geräte, Maschinen und Behälter, die mit Wasser, Würze, Hefe oder Bier in Kontakt kommen.
Bei all diesen Untersuchungen wird insbesondere der Nachweis von obligaten Bierschädlingen angestrebt, in besonderen Fällen aber auch von solchen, die als potenzielle Bierschädlinge zum Verderb des Getränkes führen können.
Als „indirekte Bierschädlinge“ werden Mikroorganismen bezeichnet, die die Zwischenprodukte wie z. B. Hefe und Würze schädigen können, wobei diese Vorschädigungen bis ins abgefüllte Bier verschleppt werden können (z. B. Enterobacteriaceae im Würzeweg oder in Propagationsanlagen)
Darüber hinaus gibt es "Indikatorkeime", die zwar keine Gefahr für die biologische Haltbarkeit des Fertigproduktes bedeuten, aber darauf aufmerksam machen, dass Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen ungenügend durchgeführt oder Fehler während der Produktion gemacht worden sind (z. B. Kulturhefe in Nachspülwässern und Essigsäurebakterien im Abfüllbereich).
Tabelle 1 zeigt schematisch, mit welchen Keimen in welchen Produktionsabschnitten in der Brauerei gerechnet werden muss.
Zusätzlich wird noch auf aktuelle und relevante Literatur verwiesen, die eine weitergehende Charakterisierung und Bewertung von potenziell bierschädlichen Bakterien, obligat bierschädlichen Bakterien, Indikatorkeimen, Fremdhefen, Kulturhefen und sonstigen brauereirelevanten Mikroorganismen zulässt.
Die Methode beschreibt die Kultivierung von Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen.
Labore der Getränkeindustrie im Allgemeinen und der Brauindustrie im Speziellen.
In vakuumfesten, speziellen Inkubationsgeräten (z. B. zylindrischen Gefäßen/Beutel), die zur Aufnahme von Petrischalen und Kulturröhrchen geeignet sind, werden anaerobe Verhältnisse durch chemische Bindung des Sauerstoffs oder Gasaustausch geschaffen.
Mit der Membranfiltration lassen sich auf einfache Art und Weise Mikroorganismen aus einem flüssigen Medium anreichern.
Quantitative Anreicherung von großen, filtrierbaren Volumina auf NBB-Agarplatten.
Membranfiltration auf Nährböden.
Ausschluss von Kontaminationen (indirekte, potenzielle und obligate Bierschädlinge) im Kaltwürzebereich.
Anstellwürze mit Reinzuchthefe.
Bei allen brauereimikrobiologischen Untersuchungen wird insbesondere der Nachweis von obligaten Bierschädlingen, aber auch von potenziellen Bierschädlingen, die zum Verderb des Getränks führen können, angestrebt.
Untersuchung von Würze auf bierschädliche Bakterien (anaerob mit Reinzuchthefe und Anreicherung).
Ausschluss von Kontaminationen (indirekte, potenzielle und obligate Bierschädlinge) im Kaltwürzebereich.
Anstellwürze ohne Reinzuchthefe.
Bei allen brauerei-mikrobiologischen Untersuchungen wird insbesondere der Nachweis von obligaten Bierschädlingen, aber auch von potenziellen Bierschädlingen, die zum Verderb des Getränks führen können, angestrebt.
Bei Würzeproben ohne Reinzuchthefe erfolgt eine mikroskopische Kontrolle (sowie Überprüfung auf Würzebakteriengeruch). Es wird mikroskopisch im Dunkelfeld auf bierschädliche Bakterien, wilde Hefen sowie eventuell vorhandene Würzebakterien untersucht.
Hefehaltige Prozessproben
Anaerobe Kultivierung, Mikroskopieren der Probe im Dunkelfeld