S-590.84.700 [2026-04] Erweiterter In/Out-Test

Aufgabenstellung/Zweck

Der erweiterte In/Out-Test ist ein praxisorientiertes sensorisches Prüfverfahren zur Chargenfreigabe, Qualitätsüberwachung und Ursachenanalyse.

Er erweitert den klassischen binären In/Out-Test um eine skalierte Bewertung der Übereinstimmung mit dem Sollprofil und kombiniert diese mit optionalen qualitativen und quantitativen Folgeelementen.

Die Methode ermöglicht:

  • schnelle, reproduzierbare Freigabeentscheidungen
  • die Erkennung schleichender sensorischer Abweichungen
  • eine strukturierte Ableitung qualitätsrelevanter Maßnahmen

Der erweiterte In/Out-Test ist insbesondere für die Routine-Qualitätssicherung geeignet und bildet eine methodische Brücke zwischen einfachen Freigabetests und deskriptiver Sensorik.

Anwendungsbereich

Der erweiterte In/Out-Test kann entlang der gesamten Prozesskette eingesetzt werden:

  • Rohstoffe (z. B. Brauwasser, Malz, Hopfen)
  • Zwischenprodukte (z. B. Würze, Jungbier, Sauergut)
  • Endprodukte (z. B. Bier, Biermischgetränke)
  • Lager- und Alterungsprüfungen
  • Vergleich Eigenprodukt vs. Referenz oder Wettbewerbsprodukt

Die Anwendung ist sowohl modalitätsspezifisch (Geruch, Geschmack) als auch multisensorisch möglich.

Prinzip

Die sensorische Beurteilung erfolgt mehrstufig, wobei die skalierte In/Out-Bewertung stets den ersten und entscheidungsrelevanten Schritt darstellt.

  1. Skalierte Bewertung der Übereinstimmung mit der Spezifikation
  2. Qualitative Beschreibung der Abweichung (frei oder strukturiert)
  3. Gezielte quantitative Bewertung ausgewählter Attribute

Die einzelnen Stufen sind funktional voneinander getrennt, jedoch logisch aufeinander aufgebaut. Die Freigabeentscheidung erfolgt auf Basis der Skalenbewertung, während qualitative und quantitative Elemente der Diagnose und Maßnahmenableitung dienen.

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