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Prof. Heinz Miedaner - 70 Jahre

Am 27. Juli 2011 feiert Prof. Dr.-Ing. habil. Heinz Miedaner seinen 70. Geburtstag. Zu diesem Ereignis wünschen ihm seine ehemaligen Kollegen, Mitarbeiter, Doktoranden, Diplomanden und Studenten von Herzen alles Gute!

Herr Miedaner, in München geboren, studierte nach Abitur und Praktikum bei der Löwenbräu München von 1960 – 1964 an der Fakultät für Brauwesen in Weihenstephan. Anschließend war er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Brauereitechnologie tätig und promovierte 1969. Von 1969 – 1971 leitete er die Abteilung Qualitätssicherung und Technologie der Ersten Kulmbacher Aktienbrauerei. Hier schuf er nicht nur ein klares und lückenloses technologisches und mikrobiologisches Kontrollsystem, sondern er begleitete den „Umzug“ der Brauerei mit seiner Analytik von der alten in die auf der „grünen Wiese“ errichtete neuen Braustätte, die damals schon mit zylindrokonischen Tanks ausgestattet war.

1971 zog es Heinz Miedaner von der betrieblichen Routine wieder zurück nach Weihenstephan, wo er als Oberingenieur die Analytik, vor allem die Gaschromatographie weiter ausbaute und sich im Rahmen seiner Habilitationsarbeit vornehmlich den Themen „Gärung“ und „Reifung“ widmete. Die damaligen Energiekrisen drängten zur Einsparung von Energie: Bei der Darrtechnologie und vor allem bei der Würzekochung wurden die Verfahren abgeändert; bei letzterer wurden neue Wege beschritten, die nur durch eine anspruchsvolle Analytik begleitet und so „qualitätsneutral“ gestaltet werden konnten.

Ein weiteres Thema war die Geschmacksstabilität des Bieres. Hier wurden die Vorgänge bei der Alterung des Bieres anhand der Veränderung von Aromastoffen, der sog. „Alterungssubstanzen“ erfasst und technologische Abhilfemaßnahmen erarbeitet. Die seinerzeitigen Ergebnisse sind noch heute gültig und haben zu weiteren, hierauf aufbauenden Arbeiten geführt. So ist Prof. Miedaner Autor und Co-Autor einer Vielzahl von brauwissenschaftlichen und brautechnologischen Veröffentlichungen.

Diese Forschungsergebnisse trug Herr Miedaner nicht nur bei Weihenstephaner Tagungen sondern auch bei internationalen Tagungen wie z. B. der EBC (in Kongressen, Symposien oder Treffen von Forschungsgruppen) vor, sondern sie fanden auch unmittelbar Eingang in seine Vorlesungen, die stets den regen Zuspruch der Studenten erfuhren. So gelang es ihm immer in der Vorlesung auf prägnante Art den Zuhörern hochkomplexe Zusammenhänge verständlich zu machen. Herr Miedaner betreute kompetent und engagiert zahllose Diplom- und Doktorarbeiten und steht noch heute vielen Ehemaligen mit Rat und Tat zur Verfügung.

Als Technologe und Analytiker war er immer an der Weiterentwicklung der brautechnischen Analysen-Methoden interessiert. So arbeitete er über 15 Jahre in der Mitteleuropäischen Brautechnischen Analysen Kommission (MEBAK) mit, deren Vorsitzender er von 2000 – 2004 war. Als Ehrenvorsitzender ist er bei den Tagungen gern gesehen, da er mit seiner großen Erfahrung immer wieder Beiträge leisten kann. So hat er – durch die Erfahrung zahlreicher Sudhausabnahmen – intensiv an einer stets nachvollziehbaren Ermittlung der Sudhausausbeute, bzw. der „overall brewhouse yield“ gearbeitet, was für Auftraggeber und Auftragnehmer von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist.

1994 übernahm Prof. Miedaner als Direktor die Leitung der Staatlichen Brautechnischen Prüf- und Versuchsanstalt (dem heutigen Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität), deren Mitarbeiter ihm noch heute hohe Wertschätzung entgegenbringen. Er konnte die Aktivitäten im Inland, in Europa und in Übersee weiter aus-bauen und die Kontakte zur Zulieferindustrie vertiefen. Für seine wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Merlin“ erhielt er 2000 den „Prof. Seifritz-Preis“ für den vorbildlichen Technologie-Transfer.

Auch vom Ruhesitz im schönen Allgäu pflegt er diese Kontakte, „wo es etwas Neues zu entwickeln gibt“. Dies gilt aber auch für Brauereien in der näheren Umgebung – und bei wichtigen bzw. interessanten Themen  auch „weiter weg“ steht er, oft zusammen mit seiner Gattin, Frau PD Dr. Annette Schwill-Miedaner immer wieder gern mit Rat und Tat zur Verfügung.

Dass dies noch lange Zeit bei bester Gesundheit der Fall sein möge, ist in die oben ausgedrückten Wünsche eingeschlossen.

 

Prof. Dr. Ludwig Narziß                       Dr. Fritz Jacob

 

 

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