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Band Rohstoffe

MODIFIZIERTER GUSHING TEST

 

MEBAK – 3 Malz – 3.1 Gerstenmalz

 

MEBAK Band Rohstoffe, 2006, Änderung März 2011

 

 

3.1.4.21.2             Gushing Test ‚Modifizierter Carlsberg Test’ Version 2.0

 

 

Prinzip

 

Ein Kaltwasserauszug eines Malz- oder Rohfrucht-Grobschrotes wird nach Einengung durch Sieden standardisiertem Tafelwasser zugesetzt. Nach definiertem Schütteln und Öffnen der Flaschen wird das Gewicht der überschäumenden Flüssigkeitsmenge bestimmt und als Maß für das Gushing-Potenzial des Malzes oder der Rohfrucht verwendet.

 

 

Geräte

 

DLFU Scheibenmühle (Bühler Miag) – Der Spalt zwischen den Mahlscheiben beträgt 1,00 mm (10 Skalenteile) zur Herstellung eines Grobschrotes.

Waage – Genauigkeit 0,1 g.

Labor-Mixer – ‘Rotor GK 900 Gastronom’, Mixaufsatz 2 l Polycarbonat (Bestellnummer: 1123.064), MK2 Messer komplett ‚Spezial/Labor’ (Bestellnummer: 1121.304), Rotor Lips AG, CH-3661 Uetendorf, Schweiz.

Labor-Zentrifuge – Relatives Zentrifugal-Feld (RZF) min. 4.500 x g, nur Zentrifugen mit Ausschwingrotor verwenden, z.B. Thermo Scientific Haraeus Mulitifuge 3 SR.

Zentrifugenbecher – 750 ml.

Elektrische Heizplatte.

Bechergläser – 800 ml, flache Form, z.B. Schott-Duran, Art.Nr. 211065305.

Trichter – 100 mm Durchmesser.

Faltenfilter – z.B. Whatman 597 ½ , 185 mm Durchmesser, Art.Nr.. 10311847.

Messkolben – 200 ml.

Messzylinder – 50 ml.

Absaugvorrichtung – Sonderanfertigung mit Anschlag zum Aufsetzen auf die Flaschenmündung, Länge 57,8 mm (ersatzweise Kunststoff- oder Metallrohr).

Handkorker.

Kronenkorken – Inliner aus Compound ‘Svelon 855’.


MEBAK – 3 Malz – 3.1 Gerstenmalz

 

 

Labor-Schüttler – horizontaler Laborschüttler, Frequenz 75 Hübe pro Minute,

Sondermodell mit Hublänge 46 - 50 mm, z.B. ‘Edmund Bühler SM-30 B Control’, Edmund Bühler GmbH, Art.Nr. 6102000 (mit Hinweis auf Sonderausführung

46 – 50  mm Hublänge).

 

Reagenzien

 

Bonaqa® Tafelwasser – Sonderabfüllung, 0.33-l-Glasflasche, CO2-Gehalt 6,5 bis 6,9 g/l

Natriumazid, reinst –  Stammlösung 13,6 g/l

Destilliertes Wasser

CO2-Gas

 

 

Ausführung

 

Ein repräsentatives Durchschnittsmuster einer Malzprobe  – mindestens 250 g – zu Grobschrot vermahlen und sorgfältig homogenisieren.

100 g dieses Grobschrotes bei Raumtemperatur mit 400 ml dest. H2O im Labor-Mixer mit maximaler Geschwindigkeit (15.000 rpm – höchste Stufe) für 60 sec. suspendieren.

Suspension in einen Zentrifugenbecher überführen – ohne nachzuspülen – und bei RZF 4.500 x g für 10 min. zentrifugieren. Hinweis: Das Herstellen der Suspension hat großen Einfluss auf das Testergebnis. Unbedingt der Geräteempfehlung folgen.

300 ml des Überstandes in 800-ml-Becherglas – niedrige Form – überführen und das Volumen durch Kochen auf 200 ml einengen. Kochzeit: 20 – 25 min.. Während des Kochens mit einem Glasstab rühren (oder das Überschäumen der Probe durch wiederholtes kurzes Umschwenken unterbinden).

Trübe Lösung unmittelbar nach dem Kochvorgang über einen Faltenfilter in

200-ml-Messkolben filtrieren. Messkolben mit einem Gummistopfen verschließen.

Filtrat in max. 30 min. auf 20° C abkühlen.

5 ml Natriumacid-Stammlösung zugeben und Volumen mit sterilem H2O (20° C)

auf 200 ml auffüllen und sorgfältig vermischen.

Aus drei 0,33 -l- Bonaqa® Flaschen – Temperatur ca. 5° C – mittels Absaugvorrichtung Bonaqa® absaugen (z.B. mit einer Wasserstrahlpumpe), so dass alle Flaschen einen gleichen Kopfraum von 21,9 ml – bezogen auf eine H2O-Temperatur von 20° C – aufweisen.


MEBAK – 3 Malz – 3.1 Gerstenmalz

 

 

Hinweis: Von den benötigten Bonaqa® Flaschen im Vorfeld die Etiketten ablösen

(z.B. im Wasserbad) und Leimreste unter fließendem Wasser entfernen. Flaschen auf ca. 5° C temperieren.

Aus den drei Bonaqa® Flaschen mit Hilfe eines Messzylinders jeweils 50 ml Bonaqa® entnehmen. Hierbei die Bildung von CO2-Blasen im Messzylinder vermeiden.

Entnommene Wassermenge durch 50 ml Filtrat ersetzen. Dabei Filtrat an der oberen Flascheninnenwand langsam einlaufen lassen. CO2-Entbindung vermeiden.

Kopfraum der Flaschen vorsichtig mit Hilfe eines Schlauches mit CO2 spülen. Dabei den Schlauch nicht in die Flüssigkeit eintauchen. CO2-Entbindung vermeiden.

Flaschen sofort verkorken und einmal in Richtung der Längsachse um 180° drehen, danach zurück in die aufrechte Ausgangsposition drehen.

Flaschen einzeln wiegen – bei Bildung von Kondenswasser Flaschen vorher sorgfältig abtrocknen.

Flaschen in horizontaler Lage auf einem Laborschüttler fixieren. Die Flaschen sind beim Schütteln so zu fixieren, dass ein Nachrollen beim Richtungswechsel sicher verhindert wird (z.B. durch Fixierung der Flaschen in einem Getränkekasten und Befestigung des Kastens auf dem Schüttler).

Flaschen bei 20° C 72 h lang liegend schütteln. Schütteln quer zur Längsachse der Flasche mit einer Frequenz von 75 rpm (75 Vor- und Rückwärtsbewegungen des Schüttlers). Die Hublänge beträgt 46 – 50  mm.

Entfernen der Flaschen vom Schüttler. Nach dem Schütteln Flaschen 10 min. in aufrechter Position ruhen lassen.

Flaschen dreimal innerhalb von 10 s in Richtung ihrer Längsachse um 180° drehen und dabei jeweils in die aufrechte Ausgangspoistion zurück drehen.

Flaschen anschließend in aufrechter Position für 30 s ruhen lassen.

Flaschen in ein geeignetes Auffanggefäß (z.B. Laborschale) stellen und öffnen.

Überschäumende Flaschen nach dem Austreten des Schaumes äußerlich abspülen und sorgfältig abtrocknen. Flaschen einzeln mit den zugehörigen Kronenkorken wiegen. Die Differenz des Flaschengewichtes vor und nach dem Öffnen entspricht der Überschäummenge in g/Flasche.


Berechnung

 

Arithmetischen Mittelwert der Überschäummenge ermitteln

 

Genauigkeit

 

In Laborversuchen wurde eine Bestimmungsgrenze von BG = 4 g ermittelt.

 

Angabe der Ergebnisse

 

Überschäummenge in g ohne Dezimalen als Mittelwert von 3 Flaschen.

Ergebnisse unterhalb der Bestimmungsgrenze werden als nicht bestimmbar n.b. angegeben.  

 

 

Bemerkungen

 

Beim Umgang mit Natriumacid und den mit Natriumacid versetzten Flaschen sind geeignete Schutzhandschuhe zu tragen. Die Flaschen müssen eindeutig gekenn-zeichnet sein, um auszuschließen, dass aus diesen Flaschen getrunken wird. Nach der Durchführung der Analyse müssen die Flaschen sorgfältig ausgespült werden, bevor sie dem Leergut zugeführt werden.

Natriumacid-haltige Abfälle sind ordnungsgemäß zu entsorgen

Der CO2-Gehalt der verwendeten Bonaqa® Flaschen muss in monatlichem Abstand überprüft werden. Die Angabe des oben aufgeführten CO2-Gehaltes bezieht sich auf die Messung mit einem Gerät des Typs CarboQC (Hersteller: Anton Paar, A-Graz) unter Verwendung der Einstellung ‚Mineralwasser’ (mit Fremdgaskompensation)

 

 

Literatur

 

1.             P. Vaag, P. Riis, A.-D. Knudsen, S. Pederson und E. Miehling, Proc. EBC Congress, 155 (1993)

2.            B. Radan, A. Lindemann und E. Krüger, Brauerei-Forum 10, 377 (1995)

3.            F. Rath, Brauwelt 32, 910 (2008)

4.            F. Rath, 32nd European Brewery Convention Congress, Hamburg (2009)

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